Risikobasierte Kontrollen

Die Statistik ist auf den ersten Blick verblüffend: Im italienischen
Straßengüterverkehr ist die absolute Zahl der kontrollierten Lkw
in den letzten Jahren drastisch gesunken.

Während die Polizia Stradale, die primär für die Überwachung zuständige Spezialabteilung der Staatspolizei, in den ersten neun Monaten des Jahres 2022 noch 175.936 Lkw überprüfte, sank diese Zahl im gesamten Jahr 2024 auf nur noch 19.108. Dieser massive Rückgang des Kontrollvolumens steht jedoch nicht für ein Nachlassen der behördlichen Aktivität, sondern für einen erfolgreichen, strategischen Wandel. Der massive Rückgang der Kontrollen ist die direkte Folge eines erfolgreichen Übergangs von einer flächendeckenden Kontrolle („Saturation Policing“) hin zu einer informationsgesteuerten und risikobasierten Kontrollmethode. Dieser Ansatz hat die Detektionseffizienz der italienischen Behörden signifikant gesteigert: Die Beanstandungsquote pro kontrolliertem Fahrzeug erhöhte sich im selben Zeitraum von etwa 47 Prozent auf beeindruckende 77 Prozent. Das bedeutet, dass die Polizia Stradale heute weitaus gezielter jene Fahrzeuge anhält, bei denen eine hohe Wahrscheinlichkeit für Verstöße besteht.

Dr. Christian Spendel

Sachverständiger, Publizist und Vortragender

Sachverstaendiger-Logostik-und-Transportwesen-Mag-Dr-Christian-Spendel

Als Sachverständiger auf den Gebieten Frachtwesen, Speditionswesen und Logistik tätig, eingetragen am Handelsgericht Wien.

Seine Spezialisierungen umfassen die Beurteilung transportsicherer Verpackungen, Transportauftrags- und Frachtpreiskalkulationen, Genehmigungs- und Routenmanagement für Schwer- und Sondertransporte, sowie die Disposition von Fahrzeugen und Routen.

Zudem befasst er sich mit der Beurteilung von Be- und Entladungsvorgängen, Diebstahlrisiken, innerbetrieblichen Organisationsabläufen, Kontrollsystemen und Unternehmensorganisationen.