Physik neu verhandelt
Schweres Erbe für marode Brücken: Das grüne Gewichts-Paradoxon der EU.
Jahrelang galt im europäischen Straßengüterverkehr ein ehernes Gesetz, fast schon ein Dogma der Verkehrspolitik:
Wer schwerer ist, macht die Straße kaputt. Die 40-Tonnen-Grenze war – mit wenigen nationalen Ausnahmen – die heilige Kuh, um die arg strapazierte Infrastruktur vor dem Kollaps und die Verkehrsteilnehmer vor „rollenden Bomben“ zu schützen.
Doch nun scheint die Physik politisch neu verhandelt zu werden: Die EU-Verkehrsminister haben sich auf eine allgemeine Ausrichtung geeinigt, die Gewichtsanhebungen nicht nur erlaubt, sondern als Instrument des Klimaschutzes verkauft.
Die Bedingung: Der Lkw muss elektrisch fahren. Wer „grün“ ist, darf schwer sein – wer schwer ist, wird aber lückenlos überwacht.
Dr. Christian Spendel
Sachverständiger, Publizist und Vortragender
Als Sachverständiger auf den Gebieten Frachtwesen, Speditionswesen und Logistik tätig, eingetragen am Handelsgericht Wien.
Seine Spezialisierungen umfassen die Beurteilung transportsicherer Verpackungen, Transportauftrags- und Frachtpreiskalkulationen, Genehmigungs- und Routenmanagement für Schwer- und Sondertransporte, sowie die Disposition von Fahrzeugen und Routen.
Zudem befasst er sich mit der Beurteilung von Be- und Entladungsvorgängen, Diebstahlrisiken, innerbetrieblichen Organisationsabläufen, Kontrollsystemen und Unternehmensorganisationen.