Klima-Bumerang
Österreich gilt als „Musterschüler“ bei Lkw-Fahrverboten. Die Restriktionen führen zu massiven Umwegen, sprengen Lieferketten und erhöhen paradoxerweise den CO2-Ausstoß um bis zu 24 Prozent. Der Konflikt mit Europa spitzt sich zu.
Die österreichische Reglementierungswut basiert auf einem synergetischen Zusammenwirken verschiedener Restriktionsebenen:
Bundesweite Basis-Restriktionen: Das allgemeine Lkw-Wochenendfahrverbot gilt flächendeckend und zwingt den Schwerverkehr zu einer Zwangspause von 31 Stunden – beginnend an Samstagen um 15 Uhr und endend am Sonntag um 22 Uhr. Hinzu kommen Verbote an gesetzlichen Feiertagen von 0 bis 22 Uhr.
Das scharfe Schwert des IG-L: Das Immissionsschutzgesetz-Luft (IG-L) bildet die Grundlage für regionale Verschärfungen. Es ermächtigt die Landeshauptleute, Fahrverbote und Tempolimits zu erlassen, sobald Grenzwerte für Luftschadstoffe wie Stickoxide (NOx) oder Feinstaub (PM10) überschritten werden. Kritiker monieren, dass diese Maßnahmen oft beibehalten werden, obwohl sich die Emissionen der LKW-Flotten drastisch verbessert haben. Salzburg und Steiermark haben mittlerweile erkannt, dass diese Fahrverbote sinnlos sind.
Dr. Christian Spendel
Sachverständiger, Publizist und Vortragender
Als Sachverständiger auf den Gebieten Frachtwesen, Speditionswesen und Logistik tätig, eingetragen am Handelsgericht Wien.
Seine Spezialisierungen umfassen die Beurteilung transportsicherer Verpackungen, Transportauftrags- und Frachtpreiskalkulationen, Genehmigungs- und Routenmanagement für Schwer- und Sondertransporte, sowie die Disposition von Fahrzeugen und Routen.
Zudem befasst er sich mit der Beurteilung von Be- und Entladungsvorgängen, Diebstahlrisiken, innerbetrieblichen Organisationsabläufen, Kontrollsystemen und Unternehmensorganisationen.